Meissen-Porzellan erkennen: So lesen Sie die Schwertermarke
Kaum eine Porzellanmarke wird so oft gesucht – und so oft falsch zugeordnet – wie die gekreuzten Schwerter von Meissen. Wenn bei uns ein Stück mit dieser Marke ankommt, drehen wir es zuerst um. Diese Punkte schauen wir uns dabei an.
1. Die Schwerter: von Hand und unter der Glasur
Die Porzellanmanufaktur Meissen in Sachsen wurde 1710 gegründet und war die erste in Europa, die echtes Hartporzellan herstellte. Seit den 1720er-Jahren kennzeichnet sie ihre Stücke mit den gekreuzten Schwertern aus dem kursächsischen Wappen. Die Marke wird von Hand in Kobaltblau unter der Glasur aufgemalt. Deshalb sieht keine Marke genau wie die andere aus – und deshalb liegt sie glatt unter der Glasur, statt sich obenauf zu fühlen.
2. Schleifstriche: Qualitätsstufe prüfen
Schleifmarkierungen dienen bei Meissen der Qualitätseinstufung. Die Manufaktur nennt einen Strich unterhalb der Marke für zweite Wahl; mehrere Striche können auf Bruch- oder Fehlware hinweisen. Position, Anzahl und Alter müssen gemeinsam betrachtet werden. Ein Schleifstrich allein beweist keine Echtheit. Sichtbare Markierungen nennen wir im Objektpass.
3. Vorsicht bei ähnlichen Marken
Viele Hersteller haben mit ähnlichen Zeichen gearbeitet – gekreuzte Linien, Schwerter mit Zusätzen oder Marken, die erst über der Glasur aufgebracht wurden. Auch der Schriftzug „Dresden“ steht nicht für Meissen, sondern für eine Reihe von Dresdner Malereien und Manufakturen. Eine Marke allein beweist noch nichts; Scherben, Bemalung und Form müssen dazu passen.
4. Was „Meissen-Zuordnung“ bei uns bedeutet
Wenn wir die Marke nicht sicher bestimmen können, schreiben wir „Zuordnung: Meissen“ und zeigen die Bodenmarke auf einem eigenen Foto. So können Sie selbst vergleichen – oder uns vor dem Kauf eine Frage stellen. Eine Expertise ersetzt das nicht; bei wertvollen Stücken lohnt sich der Blick eines Sachverständigen.
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