Bleikristall erkennen: Gewicht, Klang und Schliff
Karaffen, Vasen und Schalen aus Bleikristall finden sich in vielen alten Haushalten – entsprechend oft landen sie bei uns. Nicht alles, was glitzert, ist aber Bleikristall. So unterscheiden wir.
Was „Bleikristall“ bedeutet
Die EU-Richtlinie für Kristallglas unterscheidet unter anderem „Bleikristall 24 %“ und „Hochbleikristall 30 %“. Neben dem Bleioxidgehalt spielen weitere Materialeigenschaften eine Rolle. Für bestimmte Bezeichnungen von gepresstem Bleikristall gibt es eine deutsche Sonderregel. Viele deutsche Hersteller haben den Anteil auf einem Etikett angegeben, zum Beispiel „24 % PbO“. Ist das Etikett noch da, steht es bei uns im Objektpass.
Drei Prüfungen ohne Labor
- Gewicht: Bleikristall ist deutlich schwerer als gewöhnliches Glas derselben Größe.
- Klang: Ein heller Nachklang kann ein Hinweis sein. Form, Wandstärke und andere Glasarten beeinflussen den Klang ebenfalls; ein Klangtest beweist keinen Bleianteil. Bitte empfindliche oder beschädigte Stücke nicht anschlagen.
- Schliff und Glanz: Facetten, Lichtbrechung und sichtbare Formnähte helfen bei der Einordnung der Verarbeitung. Auch bleifreies Kristallglas kann stark funkeln. Schliff und Glanz allein sind kein Materialnachweis.
Keine dieser Prüfungen ist für sich ein Beweis – zusammen geben sie aber ein gutes Bild. Wenn wir unsicher sind, schreiben wir „Kristallglas“ statt „Bleikristall“.
Pflege und Gebrauch
Bleikristall bitte von Hand spülen; in der Spülmaschine kann es mit der Zeit trüb werden. Karaffen eignen sich gut zum Servieren, Spirituosen sollten Sie darin aber nicht monatelang aufbewahren, weil sich Blei aus dem Glas lösen kann.